Gesunde Honigküche

Magazin, 08.11.2017

Honig gilt als das älteste Süßungsmittel der Menschheit. Stand den Menschen der Sinn nach Süßem, plünderte er die Nester der Wildbienen. Schon in der Antike entwickelte sich die „organisierte“ Bienenhaltung. Griechen und Römer waren die ersten, die eine systematische Bienenzucht unterhielten und Wissen über die betriebsamen Wesen sammelten. Den Honig aßen sie zum Brot. In Ägypten fand Honig sogar als Zahlungsmittel Verwendung. Bis in das 16. Jahrhundert wurde fast ausschließlich mit Honig gesüßt.

 

Was ist eigentlich Honig?

Wir kennen alle den süßen Geschmack und die geschmeidige Konsistenz von Honig. Doch was ist eigentlich drin in diesem Naturprodukt? In der Honigverordnung (HonigV) wird Honig als „natursüßer Stoff“ definiert, „der von Honigbienen erzeugt wird, indem die Bienen Nektar von Pflanzen oder Sekrete lebender Pflanzenteile oder sich auf den lebenden Pflanzenteilen befindende Exkrete von an Pflanzen saugenden Insekten aufnehmen, durch Kombination mit eigenen spezifischen Stoffen umwandeln, einlagern, dehydratisieren und in den Waben des Bienenstocks speichern und reifen lassen.“ Honig wird also nicht nur aus Blütennektar, sondern auch aus den süßen Säften von Tieren und Pflanzen gewonnen, dem Honigtau.

 

Wer macht den Honig?

Die Arbeiterbienen transportieren den Nektar in ihrem Körperinneren in der so genannten Honigblase. Dort wird er mit körpereigenen Säften und Enzymen vermischt, bevor er in die Wabenzelle gefüllt wird. Gleich darauf saugt ihn eine andere Biene wieder ein und vermischt ihn abermals mit ihren Körpersäften. Das Spielchen wiederholt sich solange, bis der Nektar zu jenem dickflüssigen Saft heranreift, den wir als Honig kennen. Die warme Umgebungstemperatur im Bienenstock (um die 35 °C) hilft dabei, dass Wasser verdunstet und der Honig seine typische Konsistenz erhält. Was die fleißigen Bienen zur eigenen Nahrungsversorgung in die Wabe befördern, wird vom Imker entnommen und ausgeschleudert oder abgepresst.

 

Honig im Überblick

Honig lässt sich nach Herkunft, Sorte und Art der Gewinnung einteilen. Nach Herkunft unterscheidet man Blüten- und Honigtauhonig. Sammeln die Bienen den Nektar von Blüten, spricht man von Blütenhonig. Er enthält eine Vielzahl von  geschmacklichen Nuancen. Der Honigtauhonig besteht hauptsächlich aus Honigtau, der auf Nadel- und Laubbäumen klebt. Der würzige Geschmack verrät, wo die Bienen sammeln waren. Die aus reichlich Honigtau bestehenden Blatt- und Waldhonige haben in der Regel eine nicht ganz so hohe Süßkraft wie der Blütenhonig.

 

Honigsorten

Bei den Blütenhonigen unterscheidet man Honigsorten wie beispielsweise Akazien-, Kastanien-, Linden-, Klee- oder Rapshonig. Im Süden Deutschlands sind die Wald- oder Tannenhonige beliebter als im Norden. Neben den heimischen Produkten gibt es auch interessante Spezialitäten aus aller Welt: Eukalyptushonig aus Italien, brasilianischen Kaffeeblütenhonig, Lavendelhonig aus Frankreich, griechischen Thymianhonig oder Jellybushhonig aus Australien. Dem neuseeländischen Manuka-Honig wird eine besondere gesundheitliche Wirkung zugesprochen. Welche Blüten und Pflanzen die Bienen anfliegen, lässt sich mittels Jahreszeit und Standort bestimmen. Wird Honig unter einer bestimmten Sortenbezeichnung angeboten, muss er zum überwiegenden Teil aus dem Blütennektar bzw. dem Honigtau dieser Pflanzen gewonnen werden.

 

Honig in der Ernährung

Honig besteht zu 75-80 % aus Zuckerstoffen, überwiegend aus einem Gemisch von Fructose (Fruchtzucker) und Glucose (Traubenzucker). Darüber hinaus enthält er Wasser, Vitamine, Mineralstoffe und verschiedene bioaktive Stoffe, Antioxidantien sowie Enzyme. Kühl, dunkel und trocken gelagert hält er sich jahrelang. 100 g Honig enthalten rund 300 kcal, Zucker dagegen 400 kcal. Aufgrund seines hohen Fruchtzuckeranteils liegt die Süßkraft von Honig über der von Zucker. Wer mit Honig süßt, kann daher bei gleicher Süßkraft Kalorien, sowie Zuckerstoffe einsparen.

Trotzdem sollte er nur sparsam verwendet werden. Natürlich kann auch Honig Karies verursachen, er ist sogar für die Zähne besonders schädlich, da er durch seine Klebrigkeit lange daran haftet. Dies trifft jedoch nicht für den aus Neuseeland stammenden Manuka-Honig zu, auch wenn er die gleichen Zuckerstoffe enthält. Durch seine besonderen Inhaltsstoffe wirkt Manuka-Honig anti-kariogen und beugt sogar Parodontose vor. Dies wurde in mehreren Studien wissenschaftlich bewiesen.

Während Haushaltszucker außer Kohlenhydraten keine weiteren Nährstoffe liefert, sind im Honig immerhin geringe Mengen von Vitaminen und Mineralstoffen enthalten.

Wenn Honig auskristallisiert, ist das übrigens kein Zeichen schlechter Qualität. Honig ist ein Naturprodukt und je nach Zusammensetzung kristallisieren einige Honigsorten wie z.B. der Rapshonig schneller als Waldhonig. Vorsichtig im Wasserbad unter Rühren erwärmt, ist er schnell wieder flüssig und schmeckt genauso gut wie vorher. Dabei sollte Honig nicht über 40 °C erwärmt werden, da sonst die wertvollen Inhaltsstoffe nicht mehr wirken können. Eine Ausnahme bildet Manuka-Honig: Sein Wirkstoff, das Methylglyoxal (MGO) ist temperaturbeständig.

Mit einem jährlichen Pro-Kopf-Verbrauch von 1,1 kg liegt Deutschland weltweit an der Spitze. Honig ist ein beliebter Brotaufstrich. Doch er eignet sich auch hervorragend zum Süßen von Speisen wie Quark, Joghurt, Müsli, Salatdressings und Saucen und für die Zubereitung von Gebäck und Kuchen. Bereits die Griechen und Römer legten den Grundstein für Gewürzkuchen-Rezepte, aus denen der deutsche Lebkuchen, das englische Gingerbread und das französische Pain d’épices hervorgegangen sind.

 

Quelle: Wirths PR

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